Was im Mai pflanzen: Ihr Gemüsegarten-Leitfaden
Was im Mai pflanzen: wärmeliebende Jungpflanzen nach den Eisheiligen, Folgesaaten und alle Mai-Arbeiten für einen produktiven Gemüsegarten.
Der Mai ist der Monat, auf den jeder Gemüsegärtner im deutschsprachigen Raum seit Februar wartet. Mit den Eisheiligen Mitte Mai (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie am 15. Mai) endet endlich die Spätfrostgefahr in den meisten Lagen, und die wärmeliebenden Kulturen dürfen nach draußen. Beete, die im März noch leer aussahen, platzen plötzlich aus allen Nähten, weil Tomaten, Paprika und Gurken auf der Fensterbank längst nach Licht und Platz schreien. Was im Mai pflanzen heißt vor allem: gutes Timing — Jungpflanzen ins Freie, Folgesaat von Kühlsalat und Wurzelgemüse, und eine letzte Welle für Spätsommer und Herbst.
Dieser Leitfaden geht die wichtigen Pflanzaufgaben im Mai für mitteleuropäische Klimaverhältnisse durch, die Aufgaben, die Ihre bisherige Investition schützen, und die kleinen Fehler, die Anfängern jedes Jahr leise die halbe Ernte kosten.
Klima-Check vor dem Pflanzen
Bevor Sie etwas Frostempfindliches ins Freie setzen, prüfen Sie, wann in Ihrer Region die Eisheiligen tatsächlich vorbei sind. Im Rheinland und am Bodensee ist nach dem 11. Mai meist sicher. In Brandenburg, Sachsen oder den Höhenlagen der Alpen und Mittelgebirge kann noch bis Ende Mai Bodenfrost auftreten. Der deutschsprachige Raum liegt überwiegend in der kontinentalen Zone (Dfb), in den Höhenlagen sogar Dfc. Mit Tomaten, Paprika und Gurken sollten Sie deshalb nie vor den Eisheiligen ins Freie — es sei denn, Sie haben Vlies griffbereit.
Wie sich die Klimazone auf den ganzen Gartenkalender auswirkt, erklärt unser Leitfaden für europäische Klimazonen im Detail. Fünf Minuten Lektüre können eine Nacht Frost und damit eine ganze Charge Tomaten retten.
Direktsaat im Mai
Sobald die Bodentemperatur stabil über 10–12 °C liegt, können Sie diese Kulturen direkt ins vorbereitete Beet säen:
| Kultur | Saattiefe | Hinweis zur Zone |
|---|---|---|
| Buschbohnen und Stangenbohnen | 4 cm | Nach den Eisheiligen. Vorher nur unter Vlies. |
| Feuerbohnen | 5 cm | Boden muss zuverlässig > 12 °C sein. |
| Zuckermais | 3 cm | In Blöcken von 4×4 säen (Bestäubung), nicht in einer Reihe. |
| Zucchini und Kürbis | 3 cm | Ein Korn pro Stelle, 1 m Abstand. |
| Freilandgurken | 2 cm | Ende Mai, gerne mit Vlies oder Glasglocke. |
| Möhren | 1 cm | Dünn säen. Vlies gegen die Möhrenfliege. |
| Rote Bete | 2 cm | Für frühe Aussaaten schossfeste Sorten wählen. |
| Salat, Rucola, Pflücksalate | 0,5 cm | Alle 14 Tage säen für kontinuierliche Ernte. |
| Radieschen | 1 cm | Nach 4 Wochen erntereif. Lückenfüller zwischen langsamen Kulturen. |
| Mangold | 2 cm | Hitzetolerant, Ernte bis in den Herbst. |
Wärmeliebende Jungpflanzen jetzt ins Freie
Das ist die zentrale Mai-Arbeit. Tomaten, Paprika, Gurken und Co., die Sie ab Februar/März vorgezogen haben, dürfen jetzt raus — sobald die Nächte zuverlässig über 8–10 °C bleiben.
- Tomaten — tief pflanzen, den Stiel bis zu den ersten echten Blättern eingraben. Stab oder Spirale sofort beim Pflanzen setzen. Sorten und Abstände erklärt unser Tomaten-Leitfaden für Europa.
- Paprika und Chili — die kälteempfindlichste Kultur im Garten. In Dfb-Lagen besser bis Ende Mai warten oder unter einem Vliestunnel pflanzen. Abstand 40 cm.
- Gurken — Freilandsorten gehen ab Mitte Mai mit Windschutz raus. Am Rankgerüst hochziehen — spart Platz, Früchte bleiben sauber.
- Zucchini und Kürbis — eine einzige Pflanze liefert reichlich. Zwei Zucchini reichen für die meisten Haushalte.
- Auberginen — nur an die wärmste, sonnigste Stelle, idealerweise mit schwarzer Mulchfolie unter den Pflanzen.
- Basilikum — extrem kälteempfindlich. In kontinentalen Lagen bis Ende Mai abwarten, auch wenn die Tomaten schon draußen stehen.
Abhärten ist Pflicht
Pflanzen vom Fensterbrett oder aus dem Gewächshaus haben weder echte Sonne noch Wind gesehen. Sieben bis zehn Tage vor dem Auspflanzen tagsüber an einen geschützten Platz im Freien stellen und abends wieder hereinholen. Ohne diesen Schritt bekommen Sie im Mai verbrannte, gestauchte Jungpflanzen — der häufigste Anfängerfehler.
Folgesaaten im Mai
Die im März gesäten Kulturen laufen auf die Ernte zu. Der Mai ist der Monat, in dem Sie die nächste Welle starten, damit der Garten nicht in den Wechsel zwischen Überfluss und Lücke gerät.
- Möhren — alle 3–4 Wochen nachsäen, bis Anfang Juli, für eine kontinuierliche Ernte.
- Salate und Pflücksalate — kleine Portionen alle 10–14 Tage. Mit steigenden Temperaturen auf hitzetolerantere Sorten (Lollo, Salanova, Eichblatt) umsteigen.
- Radieschen — kleine Mengen alle 2 Wochen. Bei Hitze werden sie schnell holzig.
- Rote Bete — zweite Welle Mitte Mai für Lagerrüben im Herbst.
- Frühlingszwiebeln — dünn in Reihen säen, Bleistiftdicke nach etwa 8 Wochen.
- Dill, Koriander, Petersilie — Direktsaat für die Küchenkräuter den ganzen Sommer. Mehr zu Intervallen im Staffelanbau-Ratgeber.
Vorkultur für Spätsommer und Herbst
Der Mai ist der heimliche Monat des Herbstgartens. Während alle anderen gerade Sommerkulturen pflanzen, gehören diese Aussaaten auf die Fensterbank oder ins kalte Frühbeet:
- Kohlgewächse für den Herbst — Spätkohl, Herbstkohl, Wirsing, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl. Im Mai in Multitopfplatten säen, im Juni oder Juli auspflanzen.
- Lauch — jetzt dünn in Saatkisten säen, im Juli auspflanzen. Ernte von Oktober bis März.
- Knollenfenchel — schossfeste Sorten ab Mitte Mai für Herbstknollen.
- Chicorée und Radicchio — jetzt starten für Herbst- und Winterernten.
Mai-Gartenarbeiten neben dem Pflanzen
Pflanzen ist nur die halbe Arbeit. Was Sie jetzt für die bereits ausgesetzten Pflanzen tun, ist genauso wichtig.
- Mulchen Sie alles, was geht. Fünf Zentimeter Stroh, Kompost oder Rasenschnitt rund um die Jungpflanzen halten die Bodenfeuchte stabil, unterdrücken Unkraut und reduzieren den Gießaufwand um die Hälfte. Details im Beitrag Garten mulchen.
- Tief gießen, dafür seltener. Jungpflanzen brauchen langsame, tiefe Wassergaben an der Basis — keine tägliche Brause über die Blätter. Morgens ist besser als abends (weniger Schnecken). Genaue Wassermengen pro Kultur im Gieß-Leitfaden für den Gemüsegarten.
- Tomatenstäbe am Pflanztag setzen. Wer den Stab drei Wochen später einschlägt, beschädigt die Wurzeln und die Pflanze liegt inzwischen am Boden.
- Auf Schnecken achten. Milde, feuchte Mainächte sind das Paradies für Nacktschnecken — Jungpflanzen können in einer Nacht verschwinden. Bierfallen, Kupferringe oder abendliches Absammeln helfen.
- Mischkultur nutzen. Basilikum zu Tomaten, Kapuzinerkresse zu Kürbissen, Tagetes an den Beetkanten. Erprobte Partner im Mischkultur-Ratgeber.
- Geiztriebe bei Stabtomaten sofort ausbrechen. Die Energie geht dann in die Früchte, nicht ins Laub.
Häufige Mai-Fehler
- Tomaten zu früh ins Freie. Ein Frost Mitte Mai tötet eine unabgehärtete Tomate in einer Nacht. Entweder warten oder Vlies griffbereit halten.
- Alles auf einmal aussäen. Der Mai ist aufregend, aber wer den gesamten Salat in der ersten Woche sät, bekommt zuerst eine Salatlawine und danach drei Wochen Lücke.
- Vereinzeln vergessen. Möhren und Rote Bete, die nicht vereinzelt werden, liefern nichts Brauchbares. Im 2-Blatt-Stadium konsequent dünnen.
- Oft und oberflächlich gießen. Das trainiert flache Wurzeln, die in der ersten Hitzewoche kollabieren. Lieber zwei- bis dreimal pro Woche tief wässern.
- Schnecken erst bemerken, wenn es zu spät ist. Wenn der Fraßschaden sichtbar wird, ist die Population schon etabliert. Fallen am Tag des Auspflanzens stellen.
Planen Sie Ihren Mai mit Plantory
Der Mai ist der Monat, in dem der Winterplan auf die Wirklichkeit trifft — und es ist leicht, den Überblick zu verlieren, was wo gesät wurde, wann welche Jungpflanze rauskam und welche Folgesaat als Nächstes dran ist. Mit Plantory richten Sie Ihren Mai-Kalender ein, setzen Erinnerungen für jede Kultur und behalten Aussaattagebuch und Beetplan an einem Ort — damit Ihnen im geschäftigsten Monat des Jahres nichts entgeht.